Der "Alpen-Klopp" steht im Regen aktuelle nachrichten
Eigentlich sollte es für Ralph Hasenhüttl und den FC Southampton in dieser Saison aufwärts gehen. Doch nach dem historischen 0:9 gegen Leicester steckt die Mannschaft wieder mal im Abstiegskampf. Die Schuld dafür liegt nicht alleine beim Trainer.

Der "Alpen-Klopp" steht im Regen aktuelle nachrichten

Eigentlich sollte es für Ralph Hasenhüttl und den FC Southampton in dieser Saison aufwärts gehen. Doch nach dem historischen 0:9 gegen Leicester steckt die Mannschaft wieder mal im Abstiegskampf. Die Schuld dafür liegt nicht alleine beim Trainer.

Es gibt diesen Spruch, dass im Fußball alles möglich sei. Aber was das bedeutet, wird Spielern, Trainern und Zuschauern oft erst dann bewusst, wenn sich wirklich etwas Außergewöhnliches zuträgt. Eine Woche ist es her, dass Ralph Hasenhüttl mit versteinertem Gesicht im Pressesaal des heimischen Stadions St. Mary's saß und das Unerklärliche erklären musste. "So ein Spiel habe ich noch nie erlebt. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas passieren kann", sagte der Trainer aus Österreich.

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So etwas, damit meinte er die 0:9-Niederlage seines FC Southampton gegen Leicester City. Null zu Neun! Höher hat in der seit 1992 bestehenden Premier League noch nie eine Mannschaft verloren. Es war außerdem die höchste Heimniederlage überhaupt in der über 130 Jahre langen Geschichte des englischen Erstliga-Fußballs. Als Eigeständnis des eigenen Versagens spendeten das Trainer-Team und die Mannschaft ihre Gehälter für den Tag an die wohltätige Stiftung des Vereins.

Kann Hasenhüttl Krisenmanager?

Der historische Zusammenbruch war die dramatische Fortsetzung einer Negativserie. In den bisher zehn Ligaspielen in dieser Saison erwirtschaftete der FC Southampton mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Jannik Vestergaard und Pierre-Emile Höjbjerg nur zwei Siege und steht auf einem Abstiegsplatz. Auch wenn Hasenhüttl weiter den Rückhalt der Fans und der Vereinsführung hat, wird es interessant zu beobachten sein, wie er seine Mannschaft nach der Schmach gegen Leicester wieder aufrichtet. Nach dem gnädigen 1:3 unter der Woche im zweitrangigen Ligapokal bei Manchester City geht es in der Premier League wieder gegen Pep Guardiolas Meister-Mannschaft (16 Uhr). Einen undankbareren Gegner gibt es nicht, um sich von einer Rekordniederlage zu erholen.

Hasenhüttl ist als Krisenmanager gefordert, er muss Schadensbegrenzung betreiben. Dabei sollte es in dieser Saison endlich wieder aufwärts gehen beim FC Southampton. Es ist ja noch nicht lange her, dass die Saints, die Heiligen, als Musterbeispiel dafür galten, wie man mit gutem Scouting und exzellenter Nachwuchsabteilung über den eigenen Möglichkeiten spielt. Die Trainer Mauricio Pochettino und Ronald Koeman und Spieler wie Gareth Bale, Sadio Mané, Virgil Van Dijk und Dusan Tadic empfahlen sich bei dem Klub für höhere Aufgaben. Zwischen 2013 und 2017 landete Southampton viermal in der oberen Tabellenhälfte.

Als Hasenhüttl im Dezember des vergangenen Jahres seinen Dienst in der südenglischen Hafenstadt antrat, aus der einst die Titanic zu ihrer verhängnisvollen Jungfernfahrt aufbrach, fand er allerdings einen Abstiegskandidaten vor. Die Erfolge des Trainers bei seinen vorherigen Stationen Ingolstadt und RB Leipzig und sein Ruf als "Alpen-Klopp" regten die Fantasie der Fans an - und tatsächlich gelang dem Österreicher der Klassenerhalt, getragen von einer Euphorie des Neuanfangs. Das sollte die Grundlage für eine bessere Zukunft sein. Doch Southampton spielt auch in dieser Saison wieder gegen den Abstieg. Es gibt Probleme auf dem Platz und daneben.

Mangelhafte Offensive

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Bittere Pleite, mangelhafte Offensive: Southampton nach dem vierten von neun Gegentoren gegen Leicester.

(Foto: imago images/PA Images)

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Der Verein hat in der jüngeren Vergangenheit viel sportliche Kompetenz auf der Führungsebene verloren. Vorstand Ralph Krueger, ein ehemaliger deutscher Eishockey-Nationalspieler, sein Stellvertreter Les Reed und Sportchef Ross Wilson verließen den Klub oder wurden entlassen. "Neben dem Trainer ist niemand mehr mit Erfahrung in der Fußball-Industrie übrig, der die Situation in die Hand nehmen könnte", ließ sich gerade eine ungenannte Quelle aus dem Vereinsumfeld im Bezahl-Portal "The Athletic" zitieren. Im Sommer wechselte auch noch Co-Trainer Danny Röhl zum FC Bayern. Laut "Daily Mail" machen die Spieler seinen Weggang für den Leistungssturz verantwortlich.

Hasenhüttl ist auf sich alleine gestellt. Die Bilder von der Partie gegen Leicester, als er einem epischen Regenguss ausgesetzt war, hatten Symbolwert. Allerdings steht der Trainer auch selbst in der Kritik. Seiner Mannschaft mangelt es an Kraft in der Offensive. Nur der Tabellenletzte Watford (fünf Tore) und Newcastle United (sechs Tore) haben in dieser Saison seltener getroffen als Southampton mit bislang neun Toren. Gegen Leicester zeigte sich das Team außerdem erschütternd wehrlos und beging über 90 Minuten nur drei Fouls. Mit Blick auf das Ligaspiel bei Manchester City appelliert Hasenhüttl deshalb an seine Mannschaft, "so dreckig wie möglich" zu sein. So soll das nächste Debakel verhindert werden.

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Quelle: n-tv.de


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