Demenz frühzeitig am Gang erkennen? aktuelle Gesundheitsnachrichtenz
Bei Demenz-Erkrankungen gilt eine möglichst frühe Diagnose als wichtigster Faktor für die erzielbaren Behandlungserfolge. Wichtige Hinweise auf einen kognitiven Abbau, der als frühes Anzeichen einer Demenz gilt, kann der Gang liefern. „Gangstörungen, insbesondere das verlangsamte Gehen, sollten als Indikator für einen zukünftigen kognitiven Abbau angesehen werden“, berichtet das „Journal of Alzheimer’s Disease“ (JAD).

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Gangtests zur Frühdiagnose von Demenz geeignet?

Bei Demenz-Erkrankungen gilt eine möglichst frühe Diagnose als wichtigster Faktor für die erzielbaren Behandlungserfolge. Wichtige Hinweise auf einen kognitiven Abbau, der als frühes Anzeichen einer Demenz gilt, kann der Gang liefern. „Gangstörungen, insbesondere das verlangsamte Gehen, sollten als Indikator für einen zukünftigen kognitiven Abbau angesehen werden“, berichtet das „Journal of Alzheimer’s Disease“ (JAD).


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In einer Sonderausgabe widmet sich das JAD den Zusammenhängen zwischen Gangstörungen und kognitiven Beeinträchtigungen. „Die Art und Weise, wie Menschen gehen, ist ein Indikator dafür, wie sehr ihr Gehirn und ihr Körper altern“, berichtet das Fachmagazin. Anhand spezieller motorischer Tests könne das Risiko eines kognitiven Abbaus und einer bevorstehenden Demenz-Erkrankungen künftig deutlich besser abgeschätzt werden.

Gangstörungen können auf ein erhöhtes Risiko für Demenz hinweisen. (Bild: rh2010/fotolia.com)

10 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr

Kognitive Beeinträchtigungen und Demenz sind eine schwere gesundheitliche Belastung und laut Angaben des Fachmagazins leiden weltweit rund fünfzig Millionen Menschen an Demenz. Jedes Jahr gebe es fast zehn Millionen neue Fälle, wobei Alzheimer die häufigste Form der Demenz bilde und rund 60 bis 70 Prozent der Fälle ausmache. Als typische Symptome der Demenz sind ein fortschreitender Gedächtnisverlust sowie Beeinträchtigungen von Orientierung, Verständnis, Berechnungen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen bekannt. Auch Beeinträchtigungen des Gehens sind jedoch ein wesentliches Symptom der Demenz.

Studien bewerten die Zusammenhänge

In der aktuellen Ausgabe des JAD wird eines ganze Reihe von Studie vorgestellt, die den Zusammenhang zwischen Gangstörungen und dem Risiko einer Demenz-Erkrankungen verdeutlichen. Diese befassen sich unter anderem mit:

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  • der Epidemiologie von Gangstörungen und kognitiven Beeinträchtigungen,
  • dem Zusammenhang zwischen Gangtempo und kognitivem Abbau,
  • dem Zusammenhang zwischen zerebralen Amyloid-Beta-Ablagerungen und gestörter Ganggeschwindigkeit,
  • dem sogenannten Dual-Task-Gang-Paradigma beim Gehen und gleichzeitiger kognitiv anspruchsvoller Aufgabe,
  • Machbarkeit der Gangmessung in einem ambulanten Umfeld.

Indikator für zukünftige kognitive Beeinträchtigungen

„Es gibt einen neuen Fokus auf die Beurteilung der motorischen Leistung zur Vorhersage des Verlustes kognitiver Funktionen“, so der Gastredakteur Dr. Manuel Montero-Odasso von der University of Western Ontario in einer Mitteilung der JAD. Insgesamt seien Gangstörungen (vor allem das verlangsamte Gehen) als Indikator für zukünftige kognitive Beeinträchtigungen zu bewerten. Sie treten bereits in frühen Phasen der Demenz auf und könnten sogar vorhersagen, wer das Risiko einer Demenz-Erkrankung hat, berichtet der Experte.

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Gangtests als klinische Routineuntersuchung?

„Subtile Beeinträchtigungen des Gehens treten bei älteren Erwachsenen mit kognitiven Abbau und Demenz häufiger auf und sind auch mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden“, erläutert Dr. Montero-Odasso weiter. Gangtests sollten „Teil der klinischen Routineuntersuchung für ältere Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen sein“; ergänzt Professor George Perry von der University of Texas at San Antonio, ebenfalls Gastautor in der Sonderausgabe.

Diagnose vor Eintritt des Gedächtnisverlusts?

„Es ist denkbar, dass wir in Zukunft die Diagnose Demenz stellen können, bevor Menschen überhaupt einen erheblichen Gedächtnisverlust haben“, betont Dr. Montero-Odasso. Beispielsweise sei bei älteren Erwachsenen mit mäßiger kognitiver Beeinträchtigung eine Verlangsamung der üblichen Ganggeschwindigkeit um mehr als 20 Prozent festzustellen, wenn ihnen eine kognitive Aufgabe beim Gehen gestellt wird. Dies sei außerdem ein Hinweis auf ein siebenfach erhöhtes Risiko, in einem Zeitraum von fünf Jahren Alzheimer zu entwickeln. Nur ein Beispiel dafür, wie hilfreich solche Tests zu Risikoabschätzung sein könnten. Insgesamt spricht vieles dafür die Gangtests als einen wesentlichen Pfeiler in die Routineuntersuchungen zu implementieren.
(fp)

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