Brustkrebs: Starkes Übergewicht als Risikofaktor Nummer Eins aktuelle Gesundheitsnachrichtenz
Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Schon seit Jahren wird die Einnahme von Hormonen im Zusammenhang mit der Entstehung dieser Krebsart geführt. Was aber vielen nicht bewusst ist: Fettleibigkeit (Adipositas) wirkt sich genauso negativ auf die Tumorentstehung aus wie eine Hormoneinnahme.

Brustkrebs: Starkes Übergewicht als Risikofaktor Nummer Eins aktuelle Gesundheitsnachrichtenz

Brustkrebs: Starkes Übergewicht als Risikofaktor Nummer Eins aktuelle Gesundheitsnachrichtenz

Adipositas begünstigt Brustkrebs so stark wie eine Hormoneinnahme

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Schon seit Jahren wird die Einnahme von Hormonen im Zusammenhang mit der Entstehung dieser Krebsart geführt. Was aber vielen nicht bewusst ist: Fettleibigkeit (Adipositas) wirkt sich genauso negativ auf die Tumorentstehung aus wie eine Hormoneinnahme.


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Bereits seit Jahren wird eine Diskussion um die Einnahme von Hormonen in Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs geführt. Erst vor wenigen Monaten wurde in der Fachzeitschrift „The Lancet“ eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass das Brustkrebsrisiko durch eine Hormonersatztherapie doppelt so hoch ist, wie bislang angenommen wurde. Ein weiterer Faktor, der genauso gut Brustkrebs begünstigt, ist jedoch kaum im Bewusstsein der öffentlichen Meinung verankert: Dabei hat starkes Übergewicht dieselben negativen Konsequenzen bei der Tumorentstehung wie eine Hormontherapie. Darauf weist das UKM – Universitätsklinikum Münster in einer Mitteilung hin.

Frau bei der Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Starkes Übergewicht wirkt sich laut Fachleuten genauso negativ auf die Tumorentstehung aus wie eine Hormontherapie. (Bild: Sven Bähren/fotolia.com)

Übergewicht nach den Wechseljahren wirkt sich negativ auf das Brustkrebsrisiko aus

„Seit 1975 hat sich weltweit die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) verdreifacht – mit bisher unabsehbaren Folgen auch in Sachen Brustkrebs“, sagt Prof. Ludwig Kiesel, Direktor der Universitäts-Frauenklinik am UKM. Inwiefern Übergewicht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, beeinflusst, hängt laut dem Experten sehr davon ab, von welchem Lebensabschnitt die Rede ist. Wie Prof. Kiesel erklärt, ist es ungünstig für das Brustkrebsrisiko, wenn in der Zeit nach den Wechseljahren Übergewicht vorliegt.

„Interessanterweise gilt das nicht unbedingt für die Zeit vor den Wechseljahren. Es gibt sogar Studien, die dann ein niedrigeres Risiko zeigen können, wenn vor den Wechseljahren schon Übergewicht da war“, so der Mediziner, demzufolge es da viele Erklärungsansätze gibt. So scheint zum Beispiel die Hormonlage eine wichtige Rolle zu spielen. „Vor den Wechseljahren haben Frauen eine hohe eigene weiblich Hormonbildung – das ist eine grundsätzlich andere Risikokonstellation als nach den Wechseljahren. Wenn danach weniger Hormone vorhanden sind, dann scheint eine zusätzliche Einnahme von Hormonen oder ein Übergewicht mehr Effekt auf das Brustkrebsrisiko zu haben als davor“, erläutert Prof. Kiesel.

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Gar nicht erst zunehmen

Problematisch ist, dass Frauen nach den Wechseljahren häufig von ganz alleine zunehmen. Der Frauenarzt weist darauf hin, dass es hilfreich ist, möglichst früh abzunehmen, idealerweise in Kombination mit ausreichender körperlicher Bewegung. Er erklärt aber auch, dass eine Gewichtsreduktion gut ist, jedoch nicht ganz so gut, als wenn die Frau vorher gar nicht erst zugenommen hätte. Jede Gewichtszunahme hat einen negativen Effekt auf die Brustkrebsentstehung, durch eine Gewichtsabnahme kann das allerdings etwas korrigiert werden. „Vereinfacht gesagt ist es ideal, wenn man gar nicht zugenommen hat, auch wenn da natürlich noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Gewicht spielt bei der Entstehung von Brustkrebs immer eine Rolle – man hat sogar herausgefunden, dass ein niedriges Geburtsgewicht mit einem geringeren Risiko, später zu erkranken, einhergeht“, so Prof. Kiesel.

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Adipositas genauso ungünstig wie jahrelange Hormontherapie

Die Realität zeigt allerdings, dass Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit in der Gesellschaft rasant zunimmt. Als besonders gefährlich wird vor allem das zentrale Fett rund um die Körpermitte eingestuft. „Das Fett am Bauch ist ein aktives Organ – früher dachte man, das ist nur ein Speicher für schlechte Zeiten. Inzwischen hat man verstanden, dass ein Zusammenhang zwischen dem aktiven Fett und den entzündlichen Vorgängen, die es im Körper auslöst und der Entstehung von Krebs besteht. Das betrifft natürlich auch den Brustkrebs“, erklärt der Gynäkologe.

Auf die Frage, ob man das Risiko Übergewicht und das Risiko Hormontherapie gegeneinander abwägen kann, sagt Prof. Kiesel: „Ja, das kann man tatsächlich gegeneinander abwägen: Deutliches Übergewicht hat nahezu dieselbe Wirkung wie eine Hormontherapie. Letztendlich ist es in Zahlen fast genauso ungünstig, deutliches Übergewicht zu haben, wie über mehrere Jahre Hormone einzunehmen.“

Er weist aber auch darauf hin, dass Hormontherapie nicht gleich Hormontherapie ist. Laut dem Fachmann ist das Risiko deutlich geringer, wenn eine Frau nur Östrogene einnimmt und nicht ein Kombipräparat aus Östrogenen und Gestagenen. Generell gilt, dass je länger Hormone eingenommen werden, desto ungünstiger sind die Auswirkungen. „Kurzzeitig allerdings – unter einem Jahr Einnahmedauer – hat eine Hormongabe dagegen keine nennenswerten Folgen und kann helfen, Symptome wie Hitzewallungen zu überwinden“, so der Mediziner.

Schützende Maßnahmen

Um Brustkrebs möglichst zu vermeiden, sollten Frauen unbedingt auf ihr Gewicht achten und zwar am besten bereits vor den Wechseljahren, denn der Kalorienverbrauch nimmt dann deutlich ab, weshalb die Ernährungsweise rechtzeitig angepasst werden muss. Zudem müssen Frauen laut Prof. Kiesel „nicht nur weniger essen, sondern gleichzeitig auch mehr Sport machen, um die Muskelmasse zu erhalten.“ Er weist aber auch darauf hin, dass das Risiko nur bedingt beeinflussbar ist.

Schließlich spielen bei der Entstehung von Brustkrebs verschiedene Faktoren eine Rolle. Nicht alle dieser Risikofaktoren können persönlich beeinflusst werden. „An der Entstehung von Brustkrebs dürfte eine Vielzahl von Faktoren beteiligt sein, ihre genaue Bedeutung und ihr Zusammenwirken sind jedoch nicht ganz geklärt. Somit ist eine sichere Bestimmung des individuellen Krankheitsrisikos nicht möglich“, heißt es auf dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs „Gesundheit.gv.at“.

Dort wird auch darauf hingewiesen, dass es laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums für folgende Faktoren wissenschaftlich die stärksten Anhaltspunkte gibt: Lebensalter, hormonelle Situation, Lebensstil und eventuell vererbte Risikogene. (ad)

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